Das 6.Semesterprotokoll

Martin Heideggers Oberseminar "Zum Wesen der Sprache"


 

 The light dove, in free flight cutting through the air the resistance of which it feels, could get the idea that it could do even better in airless space. Likewise, Plato abandoned the world of the senses because it posed so many hindrances for the understanding, and dared to go beyond it on the wings of the ideas, in the empty space of pure understanding. He did not notice that he made no headway by his efforts, for he had no resistance, no support, as it were, by which he could stiffen himself, and to which he could apply his powers in order to get his understanding off the ground.

 

 


Teil eins


Das goldene Zittern


Teil zwei

Vorankündigung


https://bunkernacht.blogspot.com/2019/03/hans-rosenhagen-ferdinand-hodler-und.html

 

Ein Doppelporträt.

Fragmente zur Synthese der Kristalle und zur Analytik einer historische Betrachtungsweise.

 

 

Hermann Ritzel These „Über analytische Urteile“, wurde 1916, nach Ritzels Tod im Ersten Weltkrieges, in Husserl Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung veröffentlicht. Die Abhandlung beginnt mit einer nüchternen, nichtemphatischen Einstige in Kants analytischer Urteilstheorie und endet mit einer Betrachtung empirischer Daten als (einzig möglichen und sicher verifizierbaren) ebenso charakterisierenden Bezeichnungen von Eigennamen.

 

Die Tatsache, dass der Titel “Über analytische Urteile” auf die Frage verweist „Sind synthetische Urteil a priori möglich“ in Immanuel Kants eigenen Worten – die Frage nach der eigentlichen Möglichkeit von Naturwissenschaft  ist, könnte eine erste Anregung zu einer Frage nach dem naturwissenschaftlichen Hintergrund von Hermann Ritzel sein. Während seiner Studien der Philosophie und Literatur in München, habe er, so gibt er selber an, Vorlesungen von Conrad Röntgen wie auch Vorlesungen zur Wirtschafts- Wissenschaft bei Lujo Brentano gehört zu haben und  zu Kunst bei Wölfflin.

 

Sein Bruder Albert Ritzel, nach einem Studium der Chemie bei H.Freundlich und W.Ostwald in Leipzig, erhielt 1908 die Möglichkeit, am Muspratt Laboratory Liverpool und an der TU Manchester ein Forschungssemester zu absolvieren, deren Ergebnisse in eine Copublikation mit Ernest Rutherford einflossen, der 1908 den Nobelpreis für seine Arbeiten zum Atom erhalten und im selben Jahr in Manchester eingetro en war. 1911 mit einer Privatdozentenstelle in Jena ausgestattet, wandte sich dort Albert Ritzel Mineralogie zu.

 

 


In Vorbereitung


Introduction.

Das Frankfurter Universitätsarchiv bewahrt im Nachlass des Rechtsgelehrten  und Rechtsphilosophen Gustav Radbruch (18.. bis 1949) eine Karte des „cand.jur.“ Siegfried Fath an Gustav Radbruch auf, welche besagt:Gustav Radbruch,  dessen Überlegungen zu Fragen des Gesetzlichen Unrechts oder dem übergesetzlichen Recht

war 1936 aus Oxford zurückgekehrt, hatte 1938 keine Lehrerlaubnis, sondern lebte mehr oder weniger als Privatmann seinen kulturhistorischen Werken in einer Art Hausarrest. Die Abhaltung eines Rechtskollegs durch Radbruch in s/einer Eigenschaft als Sachverständiger oder Koryphäe für Internationales Recht in Zeiten und während des Dritten Reich auch bloss in einer Funktion als ordentlicher Professor der Jurisprudenz scheint also sehr fraglich - wenn es sich nicht ein Rechtsauskunft auf privater Basis oder eine inoffizielle Empfehlung gehandelt haben kann / könnte war, welcher der  ehemalige Student (S.Fath hatte in den zwanziger Jahren bei Radbuch gehört) sich auf welchen Gründen auch immer einzuholen genötigt sah.

Im politischen Archiv des Auswärtigen Amtes fand sich, aus dem Jahr 1944 stammend, ein weiterer  Lebenslauf des S.O.Fath. Diesmal eine Art Brückenschluss zwischen einer Tätigkeit des S.O.Fath für das Auswärtige Amt und einer Übernahme in den diplomatischen Dienst als Sonderbeauftragter für Musik Literatur und Film beim deutschen Botschafter / in der deutschen Gesandtschaft zu Athen.

Der Grund für die Schwierigkeit und der weitere Grund für die damit bedingte Notwendigkeit, diese Schwierigkeit erst aufzulösen, damit ein für das Auswärtige Amt Tätiger erst in den Zustand kommen sollte, diplomatischen Schutz zu geniessen - wird aus den Unterlagen der Personalakte des S.O.Fath nicht recht deutlich, allerdings wird mehrfach darauf verwiesen dass S.O.Fath, der der Partei nicht angehörte, doch nun endlich den Eid auf den Führer abgelegt habe..

Zumindest aber wird in dem diesem Privatvertrag beigehefteten Lebenslauf, der in den biographischen Handbüchern des Auswärtigen Amtes einzusehen ist, erkennbar, dass S.O.Fath im Jahr 1940/41 im Auftrag der Mundus AG in kommissarischer Tätigkeit für  das Département Etranger Hachette, gearbeitet hat.

Die Mundus AG, die in Frankreich unter der Bezeichnung „Hibbelen Trust“ viel bekannter als sie in Deutschland grâce // dank ihrer externen, nichtdeutschen Strohmannschaft oder „Schirmherrschaft“ bislang je bekannt werden wollte, gilt auch als „slowakische Aktiengesellschaft“.

 

Umso größer meine Überraschung als ich auf den Gehaltsauszügen der Mundus AG, ebenda, nämlich im politischen Archiv des Auswärtigen Amtes zu Berlin Gehaltslisten fand, auf denen Siegfried Fath über Hibbelen steht.

Sein Lebenslauf in seiner Personalakte gibt an, dass er in der „commissarischen Leitung des Département étranger Hachette“ tätig gewesen war.

 

Merkwürdigerweise wurde der Lebenslauf erst im Jahr 1944 erstellt, als Siegfried Fath sich um einen Privatvertrag mit von Graevenitz bemühte – und dieser Vertrag abgeschlossen DAMIT S.O.Fath den Schutz des diplomatischen Dienstes in Anspruch nehmen könnte (beim vermutlichen Wegfall des griechischen Stützpunktes  und in einem Kriegsfall es notwendig sein sollte, das Land zu verlassen).

Diese defaitistisch anmutende Zukunftsvision des S.O.Fath (die ich vielleicht zu wohlwollend so bezeichne) und welche offenbar aus den letzten Tagen des Jahres 1943 oder den ersten des Jahres 1944 stammen muss, erzwingt rückwirkend einiges an Fragestellungen. Um diese überhaupt erst deutlich zu machen, erscheint es wichtig, minutiös das wenige abzustecken, abzugrasen, was ich als Echelons zwischen Oktober 1940 und Januar 1944 in Athen anbieten kann.

Man könnte sagen, es sei sehr bedauerlich, ein Versager zu sein. Aber was heißt das in faschistischer Hinsicht?